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  • Stephan Medem

LOCKDOWN


Die sozialen Medien werden ja zu diesem Thema momentan geflutet mit wichtigen Meinungen von wichtigen Leuten. Sowie natürlich auch von Leuten, die einfach nur meinen, dass sie wichtig sind und deshalb eine wichtige Meinung zum Besten geben müssten. Natürlich geht es dabei meistens um die Fähigkeit oder Unfähigkeit von irgendwelchen Mitmenschen, zweckgebunden momentan natürlich sehr gerne bei Medizinern und Politikern. Bei zweiter Gruppierung kommt über kurz oder lang immer wieder sehr schnell die Frage auf, inwieweit nur schon die Verknüpfung der beiden Begriffe „Politik“ und „gesunder Menschenverstand“ überhaupt noch vereinbar sind oder sich per se ausschließen.

Natürlich habe ich zu diesen Fragen meine Meinung. Aber die behalte ich für mich.

Nein, ich will mich eher dazu äußern, wie wir mit den Folgen eines solchen Lock-down umgehen können. Ich war schon bei No.1 im Frühjahr sehr direkt betroffen und auch die bevorstehende zweite Ausgabe wird mich treffen. Ja, wirtschaftlich…und ja, das stinkt mir! Aber kann ich etwas daran ändern? Nein. Also muss konsequenterweise gleich die nächste Frage folgen? Was kann ich mit der Zeit machen, welche ich plötzlich…quasi… „geschenkt“ bekomme? Gut, ich kann mich in Selbstmitleid suhlen und dabei wichtige Posts über oben erwähnte Menschen und ihre (Un-) Fähigkeiten veröffentlichen. Bringt mich das irgendwie weiter? Verbessert es meine Lebenssituation? Meine Laune? Mein Einkommen? Sicher, ich bin mir bewusst: Es gibt viele, die es viel härter getroffen hat und trifft, als mich. Aber besteht nicht auch die Möglichkeit, dieser miesen Situation auch etwas Positives abzugewinnen? Zum Beispiel, sich selbst einfach die Erlaubnis zu geben, die Tatsachen so zu akzeptieren wie sie sind? Zu akzeptieren, dass wir nichts daran ändern können und es auch nicht müssen. Diese Entschleunigung nicht nur als Fluch, sondern, zumindest Teile davon, vielleicht sogar als Segen willkommen zu heißen. Die Zeit zu haben, in sich zu gehen, in sich hinein zu hören und zu spüren. Sich selbst wieder neu zu erkennen und wahrzunehmen, vielleicht sogar zu definieren. Zu erkennen, was wirklich wichtig ist in unserem Leben? Das Leben als großes Geschenk wertzuschätzen. Dankbar zu sein für all’ das Gute, was uns in unserem Leben geschenkt wird. Zu schätzen, dass wir einen gesunden Körper zur freien Verfügung haben. Die Welt, so wie sie uns umgibt, zu schätzen und dankbar zu sein, dass wir sie benutzen dürfen. Den Menschen um uns herum mit Respekt und Empathie begegnen. Trotz allem ganz einfach nicht die Freude am Leben und den Glauben an das Gute zu verlieren.

It’s not easy, but worth a try :-)


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